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Die Freiheit
„Freiheit, wenn
sie erst einmal Wurzeln schlägt, ist eine rasant wachsende Pflanze.“
Bereits
im dritten Jahrhundert vor Christus wurde die Bedeutung des Begriffs bei den
Sumerern nachgewiesen. Freiheit galt als Gegensatz zu Knechtschaft und
Fremdbestimmung, als Freiheit vor Willkür und Sklaverei. Hier liegt auch die
Hauptbedeutung des lateinischen libertas, und des gotischen „Freihals“, aus
dem sich das heutige deutsche Wort „Freiheit“ entwickelte. „Freihals“
war der Hals, der kein Joch tragen musste.
Etymologie
gesehen stammt das Wort "frei" von "fri" ab, was zugleich
Frau bedeutet. Die Bedeutung "frei" entwickelt sich aus
"eigen", vermutlich aus Wendungen wie "die eigenen Kinder".
Jemand ist frei, wenn er "zu den Lieben gehört" und kann sich deshalb
einiges herausnehmen. So kennzeichnet der Wortursprung der Freiheit einen Aspekt
von Bindung und ist damit weit von dem heutigen Verständnis entfernt. Der
Bedeutungswechsel ist wahrscheinlich eine Folge aus der Bibelübersetzung von
Martin Luther. Seitdem verstärkt sich die ansetzenden Befreiung des Einzelnen
aus seiner Gemeinschaft, was später zur Entwicklung des Liberalismus führte.
Die Freiheit steht im Gegensatz zum Totalitarismus.
Sie ist Voraussetzung wenn
nicht sogar Synonym zur Auffassung einer modernen pluralistischen Demokratie.
Bis heute gibt es Vertreter von nicht unbedingt liberalen Parteien, die sich als
Liberale im Sinne der Aufklärung sehen.
Der
Begriff der Freiheit
Etymologie
gesehen stammt das Wort "frei" von "fri" ab, was zugleich
Frau bedeutet. Die Bedeutung "frei" entwickelt sich aus
"eigen", vermutlich aus Wendungen wie "die eigenen Kinder".
Jemand ist frei, wenn er "zu den Lieben gehört" und kann sich deshalb
einiges herausnehmen. So kennzeichnet der Wortursprung der Freiheit einen Aspekt
von Bindung und ist damit weit von dem heutigen Verständnis entfernt. Der
Bedeutungswechsel ist wahrscheinlich eine Folge aus der Bibelübersetzung von
Martin Luther. Seitdem verstärkt sich die ansetzenden Befreiung des Einzelnen
aus seiner Gemeinschaft, was später zur Entwicklung des Liberalismus führte. Ein Verständnis von Freiheit
"Dieser
Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines
anderen oder anderer unterworfen ist ..."
Friedrich August von Hayek. Ein
Verständnis von Freiheit
ist Freiheit im politischen Sinne des Wortes. Die Möglichkeit ungehindert am öffentlichen
Leben teilzunehmen. Sich als Bürger aktiv und passiv an demokratischen Wahlen
zu beteiligen, seine Meinung ungehindert zu äußern und sich ungehindert über
politische Vorgänge informieren und politischen Parteien beitreten zu können.
Ein
Verständnis von Freiheit
ist aber auch die Möglichkeit eines jeden von uns einzelnen sein Leben selbst
in die Hand zu nehmen. Den Erfolg im Leben zu suchen und zu gestalten. Dabei
Chancen zu ergreifen und für sich selbst dafür die Verantwortung zu übernehmen,
auch der Möglichkeit zu scheitern mit allen damit verbundenen Folgen.
Ein
Verständnis von Freiheit
bedeutet somit nicht nur ein Recht, sondern auch Verpflichtungen. Freiheit
verlangt jedem von uns Aktivität und Anstrengung ab. Freiheit schließt die
Freiheit der Wirtschaft ein und ist als gesellschaftliches Grundprinzip zu
verstehen. Es ist die Meßlatte auf die viele politische und
gesellschaftliche Entscheidungen angewandt werden können. Wegbegleiter der Freiheit
John
Stuart Mill Ein weiterer wichtiger Begründer der Freiheit ist John Locke (* 29. August 1632 in Wrington bei Bristol; † 28. Oktober 1704 in Oates / Essex). Er veröffentlichte 1689 sein Werk Two Treatises of Government (Über die Regierung) schrieb er: In diesem postuliert er Leben, Freiheit und Eigentum als unveräußerliche Rechte des Bürgers. Der Staat hat den Zweck, diese Rechte zu schützen. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, hat das Volk ein Recht eine neue Regierungen einzusetzen. John Locke beeinflusste die Unabhängigkeitserklärung sowie die Verfassung der USA. Darüber hinaus die Verfassung des revolutionären Frankreichs und somit auch meisten Verfassungen bürgerlich- liberaler Staaten maßgeblich. Locke gilt als ein Hauptvertreter des englischen Empirismus. Er bildet zusammen mit George Berkeley (1684–1753) und David Hume (1711–1776) das große Dreigestirn der englischen Aufklärung und des aufkommenden Empirismus.
Der
Franzose François-Marie Arouet genannt Voltaire (*
21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 in Paris) prägte
mit seinem Ausspruch "Ich bin nicht Eurer Meinung, aber ich werde darum kämpfen,
dass Ihr Euch ausdrücken könnt." das liberale Prinzip der Toleranz und
der Meinungsfreiheit. Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu (* 18. Januar 1689 auf Schloss La Brède bei Bordeaux; † 10. Februar 1755 in Paris) mit seinem 1748 veröffentlichten De l'esprit des lois (Vom Geist der Gesetze) als Begründer des Konzepts der Gewaltenteilung.
Freiheit
gibt es auch nicht, wenn die richterliche Befugnis nicht von der
legislativen und von der exekutiven Befugnis geschieden wird. Die Macht über
Leben und Freiheit der Bürger würde unumschränkt sein, wenn jene mit der
legislativen Befugnis gekoppelt wäre; denn der Richter wäre Gesetzgeber.
Der Richter hätte die Zwangsgewalt eines Unterdrückers, wenn jene mit der
exekutiven Gewalt gekoppelt wäre. Alles wäre verloren, wenn ein und derselbe Mann beziehungsweise die gleiche Körperschaft entweder der Mächtigsten oder der Adligen oder des Volkes folgende drei Machtvollkommenheiten ausübte: Gesetze erlassen öffentliche Beschlüsse in die Tat umsetzen Verbrechen und private Streitfälle aburteilen
Die
Freiheit im Mittelalter
Große
Teile der Bevölkerung im Mittelalter als Sklaven oder Leibeigene Eigentum der
herrschenden Oberschicht, des Adels. Damals bedeutete Freiheit die Unabhängigkeit
von einem Herren, der niedrigste adlige Stand war der Freiherr. Wenn ein
leibeigener Bauer ein Jahr in einer Stadt gelebt hatte, war er frei. Mit der
Industrialisierung kamen immer mehr freie Fabrikarbeiter und Bürgertums hinzu,
bis schließlich in der bürgerlichen Revolution die Unfreiheit des Feudalismus
beseitigt wurde. Seit dieser Zeit entwickelte sich der Begriff der Freiheit von
der Abwesenheit von Sklaverei zum heutigen Begriff der Handlungsfreiheit. Der Beginn einer neuen Freiheit
Es
war der 30. September 1989 auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Prag
campierten rund 4.000 Flüchtlinge aus der damaligen DDR. Es herrschten
katastrophalen räumlichen und hygienischen Bedingungen. Der damalige
Botschafter Hermann Huber berichtete, dass auf jeder Stufe des Treppenhauses jeweils zwei Personen übernachteten. Sie alle hatten alles in der DDR
zurückgelassen. Ihre größtenteils bescheidene, aber doch auch sozial
abgesicherte Existenz aufgegeben. Die Bundesregierung verhandelte seit Tagen mit
der DDR-Regierung – unterstützt vom sowjetischen Außenministers Eduard
Schewardnadse - über eine Lösung des Flüchtlingsdramas. Um 18:58 Uhr betraten dann Außenminister Hans-Dietrich
Genscher den Balkon des Kuppelsaals der Botschaft. Noch in der allgemeinen
Verwirrung – es kehrte erst allmählich Ruhe ein – begann Genscher mit den
Worten: „Liebe Landsleute, ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen
mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...“ Er kam nicht weiter. Die
4000 Menschen brachen im Angesicht Ihrer bevorstehenden Freiheit in einen
unbeschreiblichen Aufschrei aus, in dem sich Jubel, Tränen, Erschöpfung und
grenzenlose Erleichterung mischten. Obwohl
es als Erwiesen gilt, das der Grad der Freiheit in einer Gesellschaft, für
deren gesamten Erfolg von unermesslicher Bedeutung ist, haben sich die Politiker
und Medien in unserem Land mit dem Thema Freiheit weit weniger befasst als mit
dem Thema der Gleichheit, das sich in vielerlei Hinsicht im Konflikt mit der
Freiheit befindet. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland finden wir die
Begriffe „frei“ und „Freiheit“ insgesamt 45mal. „Gleich“ und
„Gleichheit“ kommen dagegen nur 14mal vor. Zu
einem Zeitpunkt, an dem ein Teil Deutschlands und der östliche Teil Europas die
politische und wirtschaftliche Freiheit zurückerhielt, war Freiheit in der
Medienberichterstattung und damit der öffentlichen Diskussion kaum ein Thema. Medieninhaltsanalysen
des Instituts für Publizistik der Universität Mainz zeigen, dass bereits
wenige Monate nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 das Freiheitsthema aus
der Berichterstattung der führenden deutschen Nachrichtenmedien weitgehend
verschwand. Statt dessen schrumpfte die Berichterstattung über die Deutsche
Einheit zusammen auf das Thema: Kosten der Einheit. Die Frage, welche Bedeutung
die Freiheit beim Aufbau einer Gesellschaft hat und wie man mit der neu
gewonnenen Freiheit verantwortlich umgehen kann, spielte in der
Berichterstattung keine Rolle. Der Begriff Freiheit aus heutiger SichtHeute
wird dem Begriff der Freiheit eine der wichtigsten, aufregendsten, komplexesten
und folgenreichsten, gleichwohl aber auch eine der gefährlichsten
politisch-philosophischen „Formeln“ der Neuzeit subsumiert. Im
engeren Sinn ist Freiheit das Gegenteil von Unfrei (Gefangenschaft), im
erweiterten Sinn bedeutet Freiheit das Fehlen von Eigenschaften. Ethisch ist
Freiheit das Recht, die Möglichkeit und die Verpflichtung des Menschen zur
Selbstbestimmung und zum Ausdruck seines freien Willens. Philosophisch wiederum
ist Freiheit die Fähigkeit und Möglichkeit zur Entscheidung. Nach
der Definition von Friedrich Engels ist „Freiheit Einsicht in die
Notwendigkeit“. Bei Rosa Luxemburg (da wir gerade bei Kommunisten sind)
heißt es "Freiheit ist die Freiheit der Andersdenkenden". Nach Friedrich
August von Hayek ist Freiheit ein "Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen
Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist". Der
Strukturalismus zeigt die zwangsweise Einschränkung von Freiheit durch die
gesellschaftlichen Grundstrukturen! Wir
unterscheiden zwischen Freiheit von (negative Freiheiten) und
Freiheit zu (positive Freiheiten). Wenn etwas nicht vorhanden ist
bedeutet dies Freiheit von. Hierzu gehört Freiheit von
Behördenwillkür oder Freiheit von Repressionen. Die
Erlaubnis, etwas ohne unnötige Einschränkungen zu tun oder zu vertreten ist
hingegen die Freiheit zu. Hierunter fällt die Meinungsfreiheit:
Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Eine Interpretation als Freiheit von
entspräche gerade dem Gegenteil dessen, was man unter Meinungsfreiheit (das wäre
dann frei von einer Meinung) versteht. Es gibt aber auch bestimmte Situationen in denen es keine Übereinstimmung der Interpretationen gibt. So verstehen manche die Freiheit von Religion so, dass außerhalb des privaten und des explizit religiösen Bereichs die Religion nicht ausgedrückt werden sollte, z.B. das aufhängen von Kreuzen in Schulen. Andere wiederum verstehen darunter die Freiheit zu, also die Freiheit, auch in der Schule Kreuze aufhängen zu können. "Liberale wissen, verantwortliche Politik muss der Freiheit und der Würde jedes einzelnen Menschen dienen. Aber Freiheit und Verantwortung gehören für uns Liberale untrennbar zusammen. Es waren Liberale, die dafür gesorgt haben, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht nur ein liberaler Rechtsstaat, sondern auch ein sozialer Rechtstaat durch eine freiheitliche Wirtschaftsordnung sein soll." Hans-Dietrich Genscher (1991) Das Freedom House gibt einen jährlich Karte heraus, die den Grad der Freiheit in den Ländern aufzeigt: map of freedom Quellen:John Stuart Mill - Mill-Limit John Locke - Über die Regierung (1669) Deutsche Nationalbibliothek |
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